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Damit
Wildgerichte zum wahren Genuß werden, hat schon der Jäger, der das
Wild erlegt hat, einen wichtigen Beitrag geleistet.
Erlegung
Ein sauberer Schuß ist
eine Voraussetzung für gute Fleischreifung. Zudem sollte der Schuß
keine wertvollen Teile wie Keule oder Rücken zerstört haben.
Aufbrechen
Sobald wie möglich nach
dem Schuß wird "aufgebrochen", d.h. der Jäger öffnet die
Bauchdecke des Tieres und entnimmt sämtliche Innereien. Nun kann
der Wildkörper gut auskühlen. Organe werden auf auffällige Veränderungen
hin in Augenschein genommen. Alle durch die Schußeinwirkung beeinträchtigten
Teile sollten, wenn möglich, entfernt werden. Nur Fleisch von gesunden
Tieren darf in den Verkehr gebracht werden.
Auskühlen
Aus dem Wald wird das
Wild unverzüglich in eine Kühlkammer transportiert. Dort wird der
Wildkörper so schnell wie möglich auf + 7 Grad heruntergekühlt.
Die Forstämter und Jagdpächter verfügen in der Regel über gut ausgestattete
Wildkammern, in denen das Wild sachgemäß bis zum Abholen durch den
Wildhändler, Metzger oder Endverbraucher gelagert werden kann.
Abhängen
In der gekühlten Wildkammer
sollte das Wild 3-4 Tage abhängen. In diesem Zeitraum wird im Körper
Glykogen, die muskeleigene Energiereserve, abgebaut und in Milchsäure
umgewandelt. Dieser Prozeß wird als "Fleischreifung" bezeichnet.
Auf das Abhängen des Wildbrets darf auf keinen Fall verzichtet werden,
denn dadurch wird das Fleisch zart. Ungenügend abgehangenes Wild
ist unabhängig vom Alter zäh.
Reh
und Hirsch schlägt man aus der Decke, Wildschweine schwartet man
ab, d.h. man zieht ihnen das Fell ab. Beim Zerlegen erhält man folgende
küchenfertige Bratstücke:
Rücken
Das Fleisch eignet sich
zum Braten, Schmoren oder man zerteilt es zum Kurzbraten.
Achtung: An der Innenseite des Rückens befinden sich die besonders
zarten Filets. Diese werden ausgelöst und sind kurzgebraten eine
Delikatesse.
Keulen
Die einzelnen Muskelpartien
erlauben es, die Keulen leicht in verschiedene Bratenstücke zu zerteilen.
Auch hier gilt Braten, Schmoren oder Kurzbraten. Für "Geschnetzeltes"
ist dieses Fleisch jedoch zu schade.
Blätter
Auch die Schulterblätter
eignen sich zum Schmoren oder Braten, wie auch für Ragout oder Rollbraten.
Hals
Dieser kann im Ganzen
geschmort werden oder läßt sich als Ragout oder Gulasch verwenden.
Rippen
Es bleiben die Rippen
zum Braten. Die Bauchlappen bieten sich besonders zur Herstellung
von Rouladen an.
Zunge
Oft vergessen, eignet
sich die Zunge eines Wildtieres auch zur Zubereitung eines Zungenragouts.
Leber,
Herz und Nieren
Sie werden fragen: Was
ist mit den Innereien? Richtig ist, dass eine gebratene Rehleber
als Delikatesse gilt. Aber selbst, wenn Sie ein ganzes Tier gekauft
haben, werden in der Regel alle Organe fehlen. Sie gehören zum sogenannten
kleinen Jägerrecht, d.h. der Erleger beansprucht die Innereien für
sich. Fragen Sie also einfach beim Jäger nach einer Leber.
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